Wissenschaftliche Tagung des VNO
am 8.November 2015

 

Referenten 2015 kl

von links: Jörg Burkard, Ewald Sauer, Dr. Uwe Drehwald, Dr. Peter Mayer, Lothar Herzig, Dr. Ulrich Schaffrath

 
Im Lesesaal der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda fand die Wissenschaftliche Jahrestagung 2015 des VNO statt. Nach Grußworten von Berthold Weiß, dem stellvertretenden Bibliotheksleiter, und Jörg Burkard, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, stand die Tagung unter dem Thema “Kernzonen des Biosphärenreservats Rhön (hessischer Teil)“. 

                                                                                                                                                      

Dr. Peter Mayer

Mittels Laserscan können das Ausmaß und die Dauer kulturhistorischer Landschaftsnutzung im hessischen Naturwaldreservat sichtbar gemacht werden. Mittelalterliche Ackerterrassen, Wegenetze und Meilerplätze sind zu erkennen. Gleichzeitig ist jedoch zu sehen, dass kein Primärwald mehr vorhanden ist. Mit den Maßnahmen des Prozessschutzes wird die Wiederherstellung ursprünglicher Waldbereiche angestrebt. Allerdings bringt Prozessschutz in kurzen Abständen nur geringe, kaum signifikante Veränderungen, sondern kann erst langfristig, vermutlich in einem Zeitraum von 800 bis 1000 Jahren, zu den gewünschten urwaldartigen Veränderungen führen. Konsequenterweise müssen die entsprechenden Waldbereiche dauerhaft aus der Nutzung genommen werden und ihren natürlich-dynamischen Prozessen überlassen bleiben.

Mayer Peter 2015 kl

 

Dr. Uwe Drehwald 
 
Wie sich die Bewirtschaftung des Waldes auf die Vorkommen von Moosen und Flechten auswirkt, lässt sich nur schwer feststellen, da sich hier verschiedene Faktoren überlagern. Untersuchungsergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass mit zunehmender Nutzung die Artenzahl sowie die Deckung der betreffenden Arten deutlich abnehmen.

Drehwald Uwe 2015 kl

 

Dr. Ulrich Schaffrath

Sogenannte Urwaldrelikt-Arten unter den Käfern zeigen die Nähe eines Waldes zu seinem ursprünglichen Zustand, also den Urwaldzustand an. Bei diesen Arten handelt es sich stets um Holzkäferarten, die hohe Ansprüche an die Totholzqualität und -quantität haben. Von daher zeigen sie eine enge Bindung an gealterte Baumbestände, die zudem eine Habitat-Tradition aufweisen. Was die Kernzonen in der Rhön betrifft, so sind abgesehen von einigen Altbaumbeständen, die entsprechende Arten beherbergen könnten, derartige Bestandsvorkommen im Land der offenen Fernen noch nicht so gut ausgeprägt, als dass man hier Urwaldrelikte finden konnte.
schaffrath Ulrich 2015 kl
                                                                                                                                 

 

Lothar Herzig

Drei Viertel der Fledermäuse sind auf das Ökosystem Wald angewiesen, wobei das Strukturangebot in einem Wald die Grundlage für die Fledermausbesiedlung bildet. Dabei sind Bäume in der Zerfallsphase ideal für viele Fledermausarten, aber auch die Verjüngungsphase sowie die Altersphase wird von Fledermäusen genutzt. Als Leitarten im Wald gelten vor allem Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus und Großes Mausohr. Es lässt sich deutlich erkennen, dass die Anzahl der Fledermausarten mit der Größe und Strukturvielfalt des Waldes steigt.
Herzig Lothar 2015 kl
  

 

Ewald Sauer

Ewald Sauer von der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön gab einen steckbriefartigen Überblick über die Kernzonen auf hessischer Seite. Exemplarisch ging er dabei auf einige der 22 Kernzonen ein, die eine Gesamtgröße von 2088 Hektar umfassen.
In diesen Kernzonen, die „unser natürliches Erbe darstellen“ - so Sauer - sind die menschlichen Einflüsse möglichst gering zu halten.                                                                                       
Die Kernzonen sollten mindestens 3% der Gesamtfläche im Biosphärenreservat ausmachen, wobei allerdings nicht nur der Flächenanteil, sondern vor allem die Qualität ausschlaggebend sein sollte. Diese wiederum ist abhängig von der Struktur, der Größe und dem Alter des Waldes.                                                   Ute Lange                                                                                                       
Sauer Ewald 2015 kl

                                                                                                             

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